Gelebte Erinnerungskultur am BKSN: Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“
Mit einer gelungenen Abschlussvorstellung vor knapp 200 Interessierten endete am 11.06.2026 das dreitägige Musikprojekt „Die Kinder der toten Stadt“ im Berufskolleg Schloß Neuhaus. Das unter der Schirmherrschaft von Iris Berben stehende Projekt handelt von der tragischen Geschichte der Kinder im Ghetto Theresienstadt, die während des Zweiten Weltkriegs für nationalsozialistische Propagandazwecke missbraucht wurden.
Das Projekt fand in Trägerschaft des Paderborner Kulturvereins Tonika in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Erinnerungskultur statt. Finanziert wurde das Ganze von der Deutschen Postcode-Lotterie-Stiftung.
Eine teilnehmende Schülerin fasste das dreitägige Projekt wie folgt zusammen:
Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“
Von Dienstag, 09. Juni 2026, bis Donnerstag, 11. Juni 2026, nahmen rund 40 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Schloß Neuhaus am Projekt des Musikdramas „Die Kinder der toten Stadt“ teil.
Am Dienstag gab es für die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die Thematik Holocaust, Ghetto Theresienstadt und KZ Auschwitz von Dr. Sarah Kass. Sie zeigte einen Koffer, in dem einige Dinge waren, die Kinder mitgenommen hatten, wenn sie deportiert werden sollten. Darin befanden sich zum Beispiel Fotos, Bücher und Puppen. Außerdem gab es einige Berichte von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, wie zum Beispiel Martin Glas und Zvi Cohen, die als Kinder im Ghetto Theresienstadt waren. Sie berichteten sehr bewegend über ihr Leben im Ghetto und wie sie überlebten. Theresienstadt war eine Scheinwelt der NS-Zeit, in der der Welt gezeigt werden sollte, dass das Ghetto kein Ort des Schreckens, sondern eine Stadt für Menschen sei, die nach den Nürnberger Rassengesetzen als Juden galten. Dies war jedoch nur gespielt, als das Internationale Rote Kreuz das Ghetto besichtigte und so bemerkte die Welt nicht, welche schrecklichen Dinge in Theresienstadt passierten.
Am Mittwoch trafen sich alle Schülerinnen und Schüler im Forum wieder, um das Musikdrama einzuüben. Mit dabei waren diesmal Thomas Auerswald als Autor der Texte, Lars Hesse, der die Musik zum Musikdrama geschrieben hat, und Felix Dohrmann als Gesangscoach. Am Anfang gab es einige Stimmübungen, wonach sofort mit den Proben des ersten Stücks „Der Garten“ angefangen wurde. Als Nächstes wurden die drei anderen Stücke und einige schauspielerischen Darstellungen geübt. Trotz der Schwere der Thematik gab es bei den Proben einiges zu Lachen und viele hatten Spaß dabei. Die Proben waren erfolgreich und die Schülerinnen und Schüler haben ihre Texte schnell gelernt.
Am Donnerstag begann die Generalprobe wieder mit einigen Stimmübungen und dann wurde das Musikdrama zum letzten Mal für die Aufführung geprobt. Um 12:00 Uhr begann die Aufführung im Forum.

